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Ausbildungen und Fortbildungen

 

1.Visionssuche-Fortbildung 2014

Visionssuche als Feldtherapeutische Anwendung in der Praxis.

Fortbildung in drei Zeiteinheiten.

Weitere Informationen finden Sie in der Ausbildungsbroschüre.

 

2. VisionsSuche-Leiter

Lernprozess

Die Fortbildung zum/r VisionsSuche LeiterIn ist praxisorientiert und ein auf hautnahe, unmittelbare Erfahrbarkeit gerichteter Lern-Prozess. Wir wenden uns hier bevorzugt an Menschen, die im sozialtherapeutischen, pädagogischen Berufsfeld arbeiten und tiefenökologisches Bewusstsein sowie eine kompetente Erweiterung ihres Wirkungsfeldes suchen. Jedoch sind auch »Laien« gefragt, die sich aus innerer Stärke und Verantwortungsgefühl heraus in dieses Feld hinein fortbilden möchten.
Die Fortbildung erstreckt sich insgesamt über zwei bis drei Jahre und umfasst ca. 90 Unterrichtstage, (Grundlagenseminare, Hospitation, Assistenzen, Master- VisionsSuche). Hinzu kommen Zeiten des intensiven Selbststudiums.
Die Teilnehmer der Fortbildung sollen die Methodik des Wilderness Mentoring an sich selbst erfahren, für ihre eigene Entwicklung nutzen und unter Anleitung für Gruppen angemessen, sicher und eigenständig anwenden lernen. Dabei ist wichtig, dass sich durch Offenheit im ganz eigenen Prozess ihre Schatten und Potenziale entfalten, reifen und integrativ zu einer tragfähigen Basis für kraftvolles, heilsames und zukunftsfähiges Wirken werden.
Zentrales Anliegen dieser Fortbildung ist, Bewusstheit für die Lebendigkeit der Natur zu wecken und das Ökologische Selbst zu entwickeln. Das bedeutet eine tief greifende Veränderung in der Wahrnehmung des Selbst, des »Nicht-Selbst« (der Welt) und der Arten und Weisen wie kommuniziert wird. Dieses ist, zusammen mit dem Verständnis für den gegenwärtigen sozialen und ökonomischen Kontext jedes einzelnen Menschen wesentliche Grundlage für diese Arbeit.

Tiefenökologische Erfahrungsräume

Durch die lebendige Erfahrung des morphischen Feldes, das durch ein altes monomythisches Ritual aufgebaut wird, verbindet sich systematisches Vorgehen mit Intuition und Fühlen.  Diese Art tiefenökologischer Wesensöffnung wirkt sich direkt auf die Lebenseinstellung aus: hier kann sich ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Mitteln von Naturritual und VisionsSuche entwickeln.
Ansätze aus verschiedenen Therapien, Methoden spiritueller und schamanistischer Schulen und Übungen zum nicht-urteilenden Beobachten werden uns helfen, unsere Potenziale hierfür zu entfalten. Supervision und Feedback, sowie die Arbeit mit Way of Council und Huna Kingdom Research sind weitere Instrumente der Kompetenzentwicklung.

Innere Achtsamkeit

Die innere Haltung der Leitenden ist ebenso wichtig wie die Methodik der Arbeit selbst. Denn bevor wir nicht bereit sind, »uns dem großen Fluß hinzugeben, der hinter den Dingen fließt«, hat unser Tun wenig heile Wirkung. Das heißt, dass wir nur dann als Begleiter in der Wilderness-Therapie wirklich effektiv sind, wenn unsere Motivation authentisch und klar ist: nicht der Leiter steht im Mittelpunkt des Geschehens, sondern das Wohl des Individuums und der Gemeinschaft des Lebendigen. Hier geht es um das Anerkennen von übergeordneter Führung, um die Erlaubnis des Staunens, das hingebungsvolle Akzeptieren von dem, was ist.

Lerninhalte und Ausbildungsablauf

Im gleichen Maße, wie Menschen die Bereitschaft finden, sich auf das Abenteuer ihrer Sinnsuche in der inneren, wie äußeren Wildnis einzulassen, wird für sie das große Potenzial unerwarteter, kreativer Perspektiven (»CreaVista«) zugänglich, aus dem sich tragfähige Antworten auf wesentliche Fragen ans Licht heben lassen. Die einzelnen mehrtägigen Grundlagenseminare sind in einem Modulsystem zusammengestellt. Jedes Modul hat Themenstellungen, zu denen bestimmte Aufgaben und Übungen gehören. Diese werden allein, in Kleingruppenarbeit und als Hausaufgaben bewältigt. Theorie und Praxis werden in Beziehung gesetzt.
Die Auseinandersetzung mit entsprechender Lektüre regt den Studierenden zu einer Neubewertung und Reifung seiner eigenen Anschauung und Weltsicht an. Wenn sich selbst Erfahrenes mit Gelesenem verbindet, reibt und relativiert, kann das geistig-seelische Rüstzeug für eine dermaßen verantwortungsvolle Aufgabe, wie es etwa ein VisionQuest ist, herangebildet werden. Gerade im Kontext erlebenspädagogischer und tiefenökologischer Arbeit benötigen wir eine ganzheitliche, integrative Sichtweise von Natur. Es ist von größter Wichtigkeit, dass wir die Trennung überwinden, zwischen Körper und Geist, zwischen Natur »draußen« und »drinnen«, -unserem »wilden Selbst«, und auch zwischen dem menschlichen und dem nichtmenschlichen Leben.

Praxis der Leiter-Ausbildungen

Die Ausbildung ist offen für gereifte Menschen mit pädagogischer und/oder therapeutischer Befähigung. Die Teilnahme an einer eigenen VisionsSuche ist Fortbildungsprämisse und wird allen weiteren Fortbildungsteilen vorangestellt. Hier ist die schlichte, selbstbezogene Teilnahme erforderlich. Schriftliche Dokumentation (Tagebuch) ist in allen Phasen zu führen und wird zur Grundlage für das tiefere Verständnis der späteren Meta-Aufarbeitung in der Ausbildungsgruppe.
Als erster Schritt auf der Ebene des praktischen Begleitens folgt eine Hospitation und später mindestens eine Assistenz, primär mit Beobachtungsaufgaben, bei denen jeweils bestimmte umgrenzte Aufgaben innerhalb der Gruppe zur Übung übernommen werden. Hier gehen wir schrittweise von einfachen Aufgaben zu komplexeren Themenstellungen. Lebendiger Kontakt, wache Begegnung, »therapeutische« Beziehung werden erlebt, reflektiert, und als Mittel hilfreichen Begleitens (therapeion) verstanden und erprobt.
Zweiter Schritt ist die eigenständige Konzeption, Planung, Vorbereitung und Durchführung einer VisionsSuche unter beratender Supervision eines erfahrenen VisionsSuche-Leiters. Die Erfahrung wird ausgewertet und dem Fortbildungsleiter als mindestens 20-seitige, detaillierte Abschlußdokumentation vorgelegt.

Methodik der Ausbildungen

Das Lernen in der Ausbildung erfolgt zyklisch in intensiver Verbindung mit den Kräften des Lebensrades. Idee und Sein, Denken und Handeln, Theorie und Praxis durchdringen sich in inniger Verflechtung. Umsetzung folgt der Einsicht, gestaltet die Idee zur Erfahrung, Reflektieren und Fühlen vervollständigt das Verstehen und führt zu erlebtem Wissen auf mehreren Ebenen. So entwickelt sich die Handlungskompetenz der Ausbildungsteilnehmer in aufsteigenden Spiralen: vieles kehrt im Laufe der Lernsituationen scheinbar unverändert wieder, wird anders betrachtet, gereift wiederholt. Denn stets ändert sich der Kontext, die Feinheit der Betrachtung, sowie die Bedeutung der eigenen Position, die wir zu den Naturritualen einnehmen. Im Wandel des Mythos von uns selbst verbirgt sich die größte Kraft: wenn wir uns neu selbst entdecken, anerkennen, beschreiben und fühlen, welche Sätze und Schätze in unserer inneren Wildnis, in Chaos und Dunkelheit zu finden sind, beginnen wir zu erkennen und können glauben, dass wir diese Arbeit überhaupt tun dürfen.
Thematisch werden Inhalte aus Pädagogik, Psychologie, Gehirnforschung, Ethnologie, modernen Therapieansätzen, Erfahrungsheilkunde, Sozialwissenschaften, Schamanismus, Systemtheorie, Philosophie und praktischer Erfahrung des Arbeitsfeldes Schwellenritual miteinander in holographische Beziehung gebracht und auf ihre Bedeutung für die Praxis hin untersucht.
Jeder Ausbildungsteilnehmer erarbeitet sich im Rahmen und im Austausch mit der Gruppe seine eigenen Werte und sozial-kompatiblen Richtlinien für seine Arbeit. Kooperation und lebhafte Interaktion sind Motoren und Katalysatoren des zyklisch-holographischen Lernens. Die ist der Grund, warum die Gruppe alle Teilnehmer, gleich auf welcher Stufe des Lernens sie gerade sind, miteinander in Beziehung setzt, in Kooperation miteinander arbeiten läßt.
Tiefenökologisches Verständnis ist die Grundlage jeder heute sinnvollen Initiation. Jede initiierende Handlung, jedes Übergangsritual ist nur dann nachhaltig sinnvoll, wenn an der Schwelle zum Neuen das Vergangene gewürdigt und das Kommende positiv visioniert und einem erkennbar hellen Ziel gewidmet wird. Das bedeutet, jede Initiation hat eine Richtung. Sie schafft einen neuen Raum, neue Definitionen, neue Bilder von Leben, Sein und Sinn. Wenn diese Definitionen und Bilder nicht das tiefe Verständnis, die alles verbindende Liebe zum Lebendigen, zur existierenden Natur als Basis und Ausgangspunkt haben, wird sich an den Verhältnissen, in denen wir heute leben müssen, nichts ändern. Wir werden als zivilisierte Menschen gerufen, den Weg zur Wildheit wieder zu suchen. Wildheit ist Unschuld, die »zweite Naivität«, jenseits der Schwelle der Erkenntnis. Erkenntnis findet in der Dunkelheit der Schwellenwelt statt, dort, wo die größte Angst unsere Schritte, alle Bewegung lähmt und nur die Erinnerung an die ursprüngliche Absicht noch zu motivieren vermag. Das ist der Moment, wenn aus dem Kot der Verdauung Gold gemacht wird, aus dem Blut des Untergangs das Wasser des Lebens.
Gespräche über eine »neue« Philosophie, genannt die Tiefenökologie. Arne Naess, Joanna Macy, Dolores La Chapelle, John Seed, u.v.a. haben der Ökologie eine Tiefe gegeben, die sie mit Wurzeln und Flügeln ausstatten. Sie haben uns das Wesen unserer Delinquenz (Abgetrenntheit) deutlich gemacht und den Schmerz über den lebensbedrohlichen Verlust an Verbundenheit wieder fühlbar werden lassen. In diesem Sinne wahrlich spirituelle Einblicke werden möglich, wenn wir uns wieder besinnen auf das, was uns sinnlich macht und Sinn gibt: Berührung und Berührbarkeit führen zu Berührtheit und letztlich zur wesenhaften Veränderung: der Geist kehrt zurück in die unverstellte Wahrnehmung der Physis, das Leben ist wieder heilig und lädt ein, ganz angenommen zu werden. Wir werden Übungen kennenlernen, beschreiben, abspeichern und anleiten.

Dauer

Die Ausbildungzeit beträgt 80 Tage und erstreckt sich über zwei bis drei Jahre.

Preis

Der Ausbildungungsbeitrag beträgt 4800€ zuzüglich Kost und Logis an den Ausbildungstagen.

Anbieter

CreaVista Academy International (in Zusammenarbeit mit CreaVista e.V. Deutschland)
Shanti E. Petschel
Via Pratolungo
I- 28028 Pettenasco (Italien)

Ausbildungsbroschüre (bitte klicken)

Fragen an den Leiter der Ausbildung via E-Mail (bitte klicken)